Einer der häufigsten Eingriffe in der Oralchirurgie ist die operative Entfernung von Weisheitszähnen. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Weisheitszähne entfernt werden müssen bzw. sollten. In den meisten Fällen besteht heute bei den jugendlichen Patienten ein Platzmangel für die 4 großen Weisheitszähne und dadurch ist ein regelgerechter Durchbruch behindert. Bleiben die Weisheitszähne ganz im Kieferknochen stecken (Retention) oder brechen sie nur zum Teil durch (Teilretention), kann dies zu folgenden Komplikationen führen:

  • Entzündungen des umgebenden Knochens und der Schleimhaut (Perikoronitis)
  • fortgeschrittene Entzündung mit der Folge eines Infiltrates oder Abszesses, evtl. in Verbindung mit Schluckbeschwerden und Fieber
  • Bildung eines Krankheitsherdes, von dem entzündliche Prozesse im Körper ihren Ausgang nehmen können
  • Unklare Gesichtsschmerzen (Neuralgien)
  • Druck auf die Zahnreihe, Verschiebung der Zähne nach vorn (der Erfolg kieferorthopädischer Maßnahmen zur Zahnregulierung kann dadurch gefährdet sein)
  • Druck auf die Wurzeln des Nachbarzahnes und evtl. Schädigung dieser Wurzeln.
  • Das Überkronen eines benachbarten Backenzahnes, das Eingliedern einer Brücke oder einer Prothese kann erschwert oder behindert sein.
  • Die Reinigung der vorderen Nachbarzähne kann stark eingeschränkt oder gar unmöglich sein, was im Zahnzwischenraum zu Karies oder zu einer Zahnfleischentzündung führen kann.

Ob eine Weisheitszahnentfernung notwendig ist, wird im individuellen Aufklärungsgespräch mit Ihnen festgelegt. Dafür benötigt man zusätzlich zur klinischen Situation eine aktuelle Röntgenaufnahme, die nicht älter als ein halbes Jahr sein sollte. In speziellen und besonders schwierigen Fällen ist es aber auch angebracht, eine 3-D-Diagnostik durchzuführen.